Wie alles einmal anfing...

... ja, das waren noch Zeiten, in denen alles so einfach war. Als Jungs gingen wir mit einer einfachen Bambusstippe, nur selten länger als 3 m, und Stachelschweinsborsten ans Wasser. Und was soll ich sagen, auch mit diesem guten Stück fingen wir unsere Fische. Und ich glaube heute, daß ich damals so manches Mal stolzer auf meinen bescheidenen Fang war als heute auf so manche gute Strecke, die ich mit Hilfe eine Hightech-Rute in den Kescher bringe. Was ich damit sagen will ist, daß wir es so manches Mal auch heute noch einfacher haben könnten, wenn wir uns mal nur auf das wesentliche beschränken würden. Schlicht und ergreifend nämlich auf die Beherrschung  unseres so einfach wie möglich gehaltenen Gerätes. Es muß nicht immer die sündhaft teure 14,5 m Rute mit verkürzte Schnur  sein, mit der wir nur an diesem unserem Angeltag fangen können. Oft reicht eine Rute von sagen wir einmal 6 m mit ebenso langer Schnur. An vielen Gewässern sind wir damit sogar klar im Vorteil gegenüber diesen langen Stangen. Als Beispiel möchte ich hier mal einmal einen kleinen Niederungsfluß aufführen. Sagen wir einmal so gut 15 bis 20 m breit, um die 1 bis 1,5 m tief, mit einer leichten bis mäßigen Strömung und einem durchwachsenen Bestand an guten Rotaugen. An so einem Gewässer, das wohl jeder in seiner Nähe kennt, ist diese Taktik sogar goldrichtig!

 An dem von uns ausgewähltem Angelplatz haben wir es uns so richtig gemütlich eingerichtet, unser Gerät aufgebaut und das Futter klar gemacht, noch einen Kaffee getrunken, also kann es losgehen! Wir füttern am besten unter der Spitze oder kurz oberhalb stromauf mittelschwer an, was heißen will so mit gut 3 apfelgroßen  Futterballen, die nicht zu lose zusammen gedrückt sein sollten, damit sie auf alle Fälle kompakt den Grund erreichen. Diese Ballen sind unsere Langzeit-Anlockung. Für die Sofortwirkung füttern wir noch zwei gut hühnereigroße Bällchen an, die wir recht lose zusammen gedrückt haben. Dieses Futter wird die ersten Rotaugen anlocken, die sich meistens recht schnell am Ende der Futterspur einfinden werden. Unsere Stippe, die mit einer feinen Nadelspitze ausgestattet sein sollte, haben wir mit einer kleinen Pose so um die 1 bis 2 g bestückt. Die Bebleiung sitzt noch in Form von einigen Schroten recht kompakt oberhalb des Vorfachs. Lediglich ein Schrot der Größe No. 8 bringen wir auf dem Vorfach an, es  wird uns die Bisse umgehend signalisieren. Nun können wir diese doch recht einfache Montage mit einem leichten Schwung stromauf unseres Futterplatzes ins Wasser lassen. Dadurch, daß wir unter der Rutenspitze gefüttert haben, können wir die Drift unserer Montage die ganze Zeit über kontrollieren. Mal bekommen wir Bisse beim Verzögern der Drift, mal beim durchtreiben lassen. Wir müssen es einfach ausprobieren. Es kann mit der Zeit auch vorkommen, daß sich die Fische bis hinter unsere normalen Drift abtreiben lassen. Dann hilft es oft, noch mal mit zwei bis drei kleinen Bällchen  nach zu füttern. Hilft auch dieser Trick nicht, dann können wir einmal mit der Bebleiung spielen, einfach mal die Bleie ein wenig verteilen, auch diese kleine Maßnahme kann wahre Wunder bewirken. Ohne viel Aufwand können wir so das eine oder andere Rotauge überlisten, ganz ohne viel Material. Und wer es mal wieder ganz auf die alte Tour versucht, mit Bambusstippe und Stachelschweinsborste, ich möchte wetten, daß auch er seine Fische fangen wird! Vielleicht sogar wieder mit dem Stolz der ersten Tage!

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