Whips

Kurze Stippruten mit Pfiff, so könnte man kurz und knapp diese Kopfruten umschreiben, für die mir ein deutscher Name leider nicht bekannt ist. Ursprünglich handelte es sich bei diesen Gerten um ganz spezielle Kleinfischruten, die in Italien zum Fang kleiner Ukeleis entwickelt wurden. Verwendung fanden diese 2 bis 4 m langen und sehr leichten Ruten bei Wettbewerben an Gewässern, in denen es Unmengen von „Ukels“ gab, meist mit Stückgewichten von selten mehr als 10 g. Bei diesen Hegefischen ging es frei nach dem Motto zu „Kleinvieh (-fisch) macht auch Mist (Gewicht)“ und es kam nur auf Schnelligkeit an – und darauf waren diese Ruten auch ausgelegt.

Da wir hier heute aber doch weniger Wert auf die Schnelligkeit legen als viel mehr auf vergnügliches und entspannendes Fischen, sind auch die Whips, die wir verwenden etwas anders gebaut als die Original. Unsere Ruten haben meist  Längen von 3 bis 6 m und sind kräftiger vom Material her, so daß sie auch mit größeren Fischen problemlos fertig werden. Mit größer meine ich Rotaugen und Brassen bis gut 1 kg Gewicht. Auch wenn ich hier sage, daß diese Ruten etwas schwerer gebaut sind, so sind sie doch noch immer so leicht und gut ausbalanciert, daß man mit ihnen problemlos stunden lang ermüdungsfrei fischen kann.

Damit die Balance der Ruten nicht gestört wird, versehe ich meine mit einer feinen Vollkohlefaserspitze, soweit sie vom Hersteller nicht schon mit einer ausgestattet wurde. Viele werden jetzt einwenden, weshalb ich den nicht mit einem Elastik fische und so unter Umständen auch mal einen größeren Fisch bezwingen könnte. Aber dann kann ich nur einwenden, daß ein Elastik für meinen Geschmack nicht in diese Art von Rute paßt. Es würde irgendwie in der Harmonie stören. Vor allem, wenn man bedenkt, daß diese Whips mit vollem Band gefischt werden und zudem meistens auch noch teleskopisch sind. Die Probleme nach einem erfolgreichen Drill kommen also spätestens bei der Landung der Beute...

Diesen Rutentyp kann ich jedem empfehlen, der gerne einmal rein schnuppern möchte in die Stippangelei. Für relativ wenig Geld bekommt man ein wirklich hochwertiges Gerät in die Hand, mit dem man das richtige „Gefühl“ für den Fisch entwickeln kann. Gerade Jungangler lernen so auf einfache Art aber sehr effektiv den richten Dreh zum Fisch zu bekommen.

Und wo kommen diese Whips zum Einsatz? Nun, ich habe schon an den wirklich unterschiedlichsten Gewässern mit meinen Whips gefischt: An Kanälen, am liebsten vor Spundwänden, dort mit wirklich feinstem Geschirr auf Rotaugen. An Stadtparkteichen, wo es bei Hegefischen darum geht, möglichst viele der oft verbutteten Brassen und Rotaugen zu überlisten. Dieser Einsatz ähnelt noch am ehesten den ursprünglichen Einsatzgebiet der Whips. An Flüssen, wo ich gerne vor meinen Füßen zum Überraschen der meisten unwissenden Mitangler schon so manche ansehnliche Rotaugenstrecke auf die Schuppen gelegt habe.

Kurzum, mit diesen Whips setze ich in vielen Situationen am Wasser auf die richtige Karte. In meinem Futteral haben sie schon seit langem einen fest reservierten Platz!

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