Versuchsweise mit Gummi

...dieses Motto sollte man (oder frau) wenigstens einmal im (Angler-) Leben beherzigen, auch wenn man (oder frau) diesen Dingern im Grunde sehr skeptisch gegenüber steht.

Aber ich glaube, ich sollte an dieser Stelle besser erst einmal erklären, welche Gummis ich eigentlich meine, bevor hier noch irgendwelche falschen Rückschlüsse gezogen werden und mein Postkasten mit eMails besorgter Eltern überschwemmt wird.

Bei den Gummis, die ich meine, handelt es sich genau genommen um die Gummizugmontagen, die von so vielen Kopfruten-Experten mittlerweile so gerne und erfolgreich eingesetzt werden. Diese Montagen sind zum Teil schon recht ausgefuchst, aber über diese Wunderwerke der Mechanik möchte ich heute gar nicht berichten, vielmehr will ich Euch eine ganz simple Montage zeigen, die jeder von Euch mit einigen wenigen Handriffen selbst basteln kann.

Zunächst benötigt ihr eine passende Hohlspitze, die in das zweite Teil Eurer Stipprute passt. Dazu nehmt Ihr am besten das zweite Teil mit zu Eurem Händler. Die Spitze steckt Ihr nun verkehrt herum in das zweite Teil hinein. Sie ist passend, wenn sie ca. 4 bis 5 cm aus diesem noch herausschaut. Habt Ihr so eine passende Spitze gefunden, steckt sie auch noch mal „richtig“ herum in das zweite Teil hinein und zieht sie fest, so wie Ihr es später dann auch am Wasser beim Fischen machen werdet. Nun schlagt Ihr die beiden Teile leicht federnd gegen den Handballen. Passen sie wirklich zusammen, spürt Ihr nicht viel, hat die Spitze in dem zweiten Teil aber zu viel Spiel, dann spürt Ihr ein leichtes „schlackern“ in der Hand. In diesem Fall heißt es weiter suchen und probieren. Diese ganze Prozedur erfordert zwar schon ein wenig Geduld und Fingerspitzengefühl, ist aber notwendig, wenn später alles harmonisch zusammen passen soll.

Die so gefundene Spitze müsst Ihr nun noch ein wenig „die Flügel stutzen“, will heißen, einkürzen. Hierfür benutzt Ihr am besten ein feine Metallsäge aus dem Baumarkt. Es muss soviel abgesägt werden, dass der Innendurchmesser der Holspitze dem Gummi später genügend Bewegungsspielraum lässt. Sägt also lieber in kleinen Schritten, bis Ihr auf den passenden Durchmesser kommt. Die Sägekannte bearbeitet Ihr noch mit feinem Schleifpapier. Auf diese Weise bekommt Ihr einen sauberen Abschluss.

Auf diesen Abschluss setzt Ihr dann eine Teflonbüchse, die Ihr Euch auch bei Eurem Gerätehändler besorgen könnt. Sie verhindert, dass sich das Elastik an den doch recht scharfen Kanten der Holspitze durchscheuert.

Nun müsst Ihr nur noch das Elastik in die Holspitze einfädeln – und das kann richtig „Spaß“ machen! Wer nicht so sehr auf diesen Spaß steht kann sich im Handel am besten gleich einen speziellen Einfädler kaufen, kostet nicht die Welt, schont dafür aber ungemein die Nerven!

An das Elastik kann man nun aber noch nicht die Schnur anbringen, dazu verwendet man spezielle Conectoren, die der Fachhandel ebenfalls für uns bereit hält oder aber man verwendet einen recht preiswerten Eigenbau: Dazu benötigt Ihr aus Eurer Hechtkiste einen großen Gummischnurstopper und ein wenig 30iger Schnur. Den Schnurstopper fädelt Ihr auf das Elastik und aus der Schnur fertigt Ihr Euch eine kleine Schlaufe an. Die knüpft Ihr dann an das Elastik und zieht noch den Gummistopper auf den Knoten zur Sicherung – fertig!

An dem unteren Ende der Spitze bringt Ihr den Gummizug auf Spannung. Diese ist erreicht, wenn unser Conector nicht mehr schlapp an der Spitze baumelt, sondern durch die Spannung des Elastik immer wieder reibungslos vor den Teflonabschluß gezogen wird. Nun braucht Ihr nur noch einen Schlaufe in das so gespannte Elastik zu knüpfen, am besten eine mit zwei Knoten. In diese Schlaufe wird dann ein für unsere Spitze passender Gummizughaken eingeschlauft, den Ihr auch bei Eurem Händler bekommen könnt.

Fertig! Das Spitzenteil ist einsatzbereit und Ihr könnt selbst Eure „Erfahrungen“ machen, wie es so ist - mit Gummi...

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