Matchruten...

Wer kennt sie nicht, oder hat sie zumindest schon mal am Wasser gesehen, die schlanken Ruten englischer Bauart, die sich seit Ende der 70iger Jahre einer stetig wachsenden Beliebtheit erfreuen. Sie sind nicht nur schön anzusehen, diese meist 390 bis 450 cm langen Ruten mit ihren langen Korkgriffen und den zahlreichen Ringen, sie lassen sich vielmehr an den unterschiedlichsten Gewässertypen und unter nahezu jeden Umständen erfolgreich einsetzen.

Wer nun aber meint, Matchrute sei gleich Matchrute, den muß ich enttäuschen, denn diese Motto gilt schon lange nicht mehr. Die ersten Ruten, die wir hier seinerzeit kaufen konnten, wie z.B. die legendäre bernsteinfarbene und noch aus Glasfaser gefertigte „Matchmaker“ von Hardy waren vielleicht noch solche Universalruten. Aber das lag auch noch wohl mit an den Entwicklungstand der Angeltechniken zu diesem Zeitpunkt. Mit dem beginnenden Siegeszug der Kohlefaser in der Rutenbautechnologie wurde auch das Angebot an Matchruten für einzelne Spezialgebiete immer umfangreicher. Waren zu Beginn die meisten Matchruten mit Hohlspitzen ausgestattet folgten recht bald Ruten mit eingesplisten Vollkohlefaserspitzen. Bruce&Walker, Tri-Cast und Hardy waren die ersten, die dem Matchspezialisten solche Ruten anboten, die es ihm ermöglichten mit ultrafeinen Vorfächern zu fischen.

Bis zu diesem Zeitpunkt wurde die Entwicklung in dieser Sparte der Rutentechnologie im wesentlichen von englischen Firmen und Meisteranglern beeinflußt. Erst in den letzten Jahren kamen mehr und mehr vor allem italienische Firmen und Hersteller vor allem durch die Erfolge ihrer Teamangler an den Entwicklungsstand der Engländer heran und überholten ihn sogar. Sie waren es auch, die die heute weithin unter dem Begriff Matchfischen bekannten Extremtechniken und Geräte entwickelten. Zählten vor 15 Jahren Entfernungen von 25 bis 30 m schon zu den „Extremdistanzen“ lächeln heute die Matchfreaks nur müde über diese „Nahbereichsangelei“. Persönlich glaube ich aber, daß bei dieser Extremangelei nur zu oft über das Ziel hinausgeschossen wird oder anders gesagt, über die Köpfe der Schuppenträger hinweg gefischt wird. Aber wie gesagt, dies ist meine persönliche Meinung, die viele „moderne“ Matchrutenangler nicht teilen werden.

Alles im allem kann man aber wohl festhalten, daß sich jedem Stipper mit der Matchrute ein Gerät anbietet, mit dem er an seinem Wasser durchaus erfolgreich sein Netz füllen kann.

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