Hotspot - selbst gemacht

von Artur Zimmermann

Ein Hotspot ist eine Stelle, an der sich Fische immer wider einfinden. Erfahrene Angler kennen solche Stellen und machen hier immer wider einen guten Fang. Manchmal findet man so einen Platz durch Zufall, ein anderes Mal ist die Entdeckung das Ergebnis stundenlanger Suche mit dem Echolot. Ich möchte an dieser Stelle eine Methode vorstellen, mit der man sich seinen eigenen Hotspot in einem stark verkrauteten Gewässer anlegen kann.

Anlandun

Bei dem Gewässer handelt es sich um einen Baggersee, der im Zuge eines Autobahnbaus entstanden ist. Ursprünglich sind solche Seen „nackt“ und daher problemlos zu befischen. Doch seit einigen Jahren ist im beschriebenen See eine zunehmende Verkrautung – meist mit kanadischer Wasserpest – zu beobachten, die uns Angler immer mehr behindert. Einst gut zu beangelnde Stellen sind heute mit einem dichten Krautteppich bedeckt und somit nicht mehr befischbar. Davon sind besonders die flachen Bereiche, bis ca. 4 m Wassertiefe, betroffen. Zwar findet man in den tieferen Zonen sauberen Grund, die Probleme beginnen aber dann, wenn man einen größeren Fisch durch den ufernahen Krautgürtel drillen muß. Viele Angel- kollegen haben vor diesen Verhältnissen kapituliert und meiden daher dieses Gewässer.

Doch von dem bißchen Grünzeug wollte ich mich nicht verscheuchen lassen. Schon vor einigen Jahren habe ich an einem ähnlichen schwierigen Gewässer ein System erdacht und mir eine Anlegestelle mittels einer Krautharke für Karpfen präpariert.

Einige Angelkollegen haben sich ebenfalls Gedanken gemacht, wie man der grünen Übermacht Herr werden könnte. Sie haben eine Harke an ein Seil gebunden, ausgeworfen und dann durch das Kraut gezogen. Doch diese Methode ist recht mühsam, weil die Harke relativ schmal ist und oft falsch herum landet (Zinken nach oben) und somit nicht sehr griffig ist.

Meine Vorgehensweise ist wesentlich effizienter (aber auch schweißtreibender). Ich benutze als Krautentferner den Streifen einer Baustahlmatte, den ich zu einem Ring biege (siehe Abb.). Diese Konstruktion befestige ich an einem Seil und werfe sie aus. Zwischen 20 und 30 m sind für einen geübten Werfer möglich. Und weil bei diesem Patent die Greifer oben und unten stehen, kann das Ganze nicht verkehrt herum fallen – wir haben immer „Grip“. Anschließend zieht man das Ganze ans Ufer, entfernt das Kraut und wirft erneut aus. Aber nicht vergessen, das andere Ende es Seils zu sichern, sonst ist der Einsatz vorzeitig beendet.

Harke

Manchmal werden auch kleine Fische oder Krebse angelandet. Darum bitte das herausgezogene Kraut danach untersuchen. Auch sollte man diese Arbeit nicht zur Laichzeit der Fische verrichten, um den Laich bzw. die Brut nicht zu gefährden.

Haufen

Man braucht nach so einem Einsatz auch nicht mit dem Angeln zu warten. Sofort (!!!) nach Beendigung der Aktion kann man mit dem Fischen beginnen. Denn durch den aufgewühlten Grund werden alle möglichen Fischarten angelockt.

So wird mit etwas Einsatz aus dem grünen Unterwasserdschungel ein Hotspot, der immer wider aufgesucht wird. Es macht zwar etwas Mühe, liebe Angelkollegen, doch es lohnt sich. Viel Erfolg für alle Nachahmer.

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