Hanf - die Rotaugendroge...

...Nummer eins kennt wohl jeder Angler, oder hat sie zumindest schon mal in den Regalen seines Tackledealers gesehen, sei es nun gebrauchsfertig in der Konservendose oder als hartes Korn. Nur, ernsthaft und erfolgreich damit fischen, das tun die wenigsten – unverständlicherweise, wie ich meine. Denn nicht nur während der kalten Jahreszeit sondern über das ganze Jahr hinweg bietet sich uns Hanf als einfacher und vor allem recht fängiger Köder an.

20_02_29

Für die ganz spontanen Angeltage kommt in erster Linie wohl die bequeme Variante des Dosenhanfs in Betracht, wie er von namhaften Firmen wie Mondial-F, Dynamite-Baits oder Sensas angeboten wird. Weiß man aber schon rechtzeitig, daß man mal wieder ans Wasser kommt, dann lohnt es auf alle Fälle, sich die Mühe zu machen, den Hanf selbst zu präparieren. Denn neben dem preislichen Vorteil hat der selbst gekochte Hanf noch einen ganz entscheidenden Vorzug: Das Kochwasser, das auf gar keinen Fall weggeschüttet werden sollte.

Die Vorbereitung des Hanfs ist im Grunde genommen denkbar einfach: 24 Stunden vor unserem Angeltrip nehmen wir die gewünschte Menge Hanf, für eine 4-stündige Session reicht ein halber Liter  allemal aus, und geben die doppelte Menge an Wasser zum einweichen hinzu. Morgens vor dem Fischen führt mich mein erster Gang dann zum Herd, wo ich dem eingeweichten Hanf erst mal Dampf unterm Hin... mache. Wer so wie ich ein wenig an, nenne wir es mal Vergeßlichkeit, leidet, sollte einen Minutenwecker auf 20 Minuten stellen. Während der 20 Minuten hat der Hanf genügend Zeit, um einmal so richtig aufzukochen und nachdem in den Herd abgestellt habe, kann er im eigenen Saft noch ein wenig ziehen und abkühlen. In der Zwischenzeit habe ich dann schon mal das Futter gemischt und die Maden gesiebt, die Rutentasche gepackt und alles im Auto verstaut – bis auf den Futtereimer, denn in dem kommt ja noch das Futter, das ich jetzt erst mit dem nun lauwarmen Hanfwasser anrühre. Diejenigen, die morgens vor dem Fischen nicht auf so einen „Hektik“ stehen, kann ich aber auch beruhigen, denn dieses Prozedere kann man ohne weiteres am Vorabend schon hinter sich bringen. Allerdings gibt es dann unter Umständen ein kleines Problem am Morgen, wenn der Futtereimer die Nacht im Auto verbracht hat, denn der Duft, der von einem mit Hanfwasser angemachtem Futter ausgeht, ist im wahrsten Sinne des Wortes „berauschend“.

So, am Wasser angekommen geht es ans fischen und somit auch ans füttern des Hanfs, was im Prinzip aber völlig unkompliziert ist da wir ihn genauso gebrauchen wie beispielsweise Caster oder Maden: Mann kann ihn unter das Grundfutter rühren oder aber, wenn es die Strömung in unserem Angelwasser erlaubt, auch lose beifüttern. Hier gilt, wie so oft beim fischen, probieren geht über studieren und all die graue Theorie. Den mal wollen die Silberlinge mit den roten Augen den Hanf auf die eine, mal auf die andere Art und Weise serviert bekommen, sie sind halt wählerisch.

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