Die Berkel  bei Rekken

Ich möchte Euch heute ein Gewässer vorstellen, daß unter den Anglern in unserer Region als Geheimtip gehandelt wird: die Berkel bei Rekken, kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze.

Windet sich die Berkel auf der deutschen Seite von ihrer Quelle bei Billerbeck in den Baumbergen noch bis nach Vreden kurz vor der Grenze im wesentlichen in ihrem ursprünglichen Bett in weitläufigen Mäandern durch das Münsterland, ist sie ab Vreden größtenteils begradigt worden. Ab der Grenze gleicht sie dann eher einem Kanal als denn einem Fluß, so wie die meisten von Euch einen kennen. Dies ist aber aus anglerischer Sicht kein Nachteil, lediglich bei der Platzwahl müssen wir uns ein wenig umstellen, da die natürlichen Einstände zum größten Teil fehlen.

Als erfolgversprechende Angelstellen gelten alle Unregelmäßigkeiten im Fluß. Dies können zum einem sichtbare sein so wie Wehre und Brücken als auch welche, die sich unter der Wasseroberfläche befinden wie z. B. Sandbänke und tiefere Abschnitte.

Bei der Berkel in Rekken wäre da zum einem der Sandfang wie auch die Brücke in der Ortsmitte zu nennen. An der Brücke lassen sich immer Fische fangen, selbst im tiefsten Winter! Aus diesem Grunde sieht man an dieser Topstelle auch immer wieder Spezialisten sitzen. Ich für meinen Teil, auch wenn ich kein „Spezialist“ bin,  pflege dort immer zu fischen, wenn ich mal wieder wissen will, ob ich überhaupt noch Fische fangen kann, aber das nur am Rande.

Aber nicht nur „die Brücke“, auch der Sandfang bietet eine abwechslungsreiche Fischwaid. Oberhalb des Wehres, was den Abschluß des Sandfangs bildet, ist die Berkel recht breit und bietet dem Angler so die Möglichkeit, neben dem Fischen mit der Kopfrute auch die eigenen Fähigkeiten mit der Matchrute ein wenig auszureifen. Auch ein Versuch mit der leichten Feederrute ist immer einen Versuch wert, vor allem jetzt im Frühjahr, wenn die Brassen so langsam aber sicher zum Leben erwachen. Allerdings müßt Ihr beim Angeln mit größeren Ködern auf Brassen immer mit dem Anbiß einer kapitalen Schleie oder eines kampfstarken Karpfens rechnen. Also, nur mit dem Gewicht des Futterkorbes oder des Bleis herunter gehen, nicht aber mit der Tragkraft Eurer Schnur.

Auch, wenn ich auf die großen Brassen lieber oberhalb des Wehres gezielt fische, kann man sie dennoch auch unterhalb fangen. Ich für meinen Teil fische unterhalb des Sandfangs und an der Brücke aber lieber mit der unberingten Kopfrute, genau gesagt mit Whips. Das sind Stippruten von 3 bis zu 6 m Länge die mit einer gleich langen Montage bestückt sind. Mit diesem feinen Gerät ein Netz voll schöner Rotaugen zu fangen ist für mich und viele Bekannte an dieser Stelle der Berkel ein beliebtes Feierabendvergnügen.  Sommertags trifft man sich dort schon mal einfach nur so, jeder legt einen „Heiermann“ in den Pott und dann geht es los. Zwei bis drei Stunden Rotaugen „picken“ und der Gewinner darf dann den anderen an der Grenze in Vreden-Oldenkott im Café Rotering einen  ausgeben – von dem gewonnen Pott.

In diesem Café könnt Ihr im Übrigen auch einen Angelerlaubnis für die Berkel lösen. Allerdings beinhaltet die Erlaubnis gleichzeitig ein Vereinsbeitritt für den „HSV Het Vorntje Eibergen“, denn Tageskarten werden für die Berkel nicht ausgegeben. Wer jetzt aber meint, daß ihm dies zu teuer wird, den kann ich gleich beruhigen, denn der Jahresbeitrag entspricht im etwa dem, was woanders ein oder zwei Tageskarten kosten. Und ganz nebenbei bekommt Ihr durch den Vereinsbeitritt auch noch die Erlaubnis für eine ganze Reihe weiterer sehr interessanter Gewässer.

Zum Abschluß noch ein paar Worte zu Futter und Köder: Ich und meine Bekannten haben hier schon wohl so alles probiert, was in den Regalen der Angelgeschäfte herum liegt – und alles hat seinen Fisch gefangen! Nur einen Grundsatz gilt es zu beachten: Weniger ist mehr! Wir haben festgestellt, daß ein zuviel an Grundfutter die Fische eher vom Futterplatz fernhält als sie den anlockt. Auch als Hakenköder kommt alles zum Einsatz, von der einfachen Made bis hin zu einer saftigen Brotflocke. Nur eine Einschränkung gilt es bei den Ködern zu beachten, das Wurmverbot für die Zeit vom 01. April bis zum 15. Juni. Über Sinn oder Unsinn dieses Verbotes läßt sich lange diskutieren, aber ich bitte Euch, haltet Euch daran, denn die Kontrolleure kennen da kein Pardon!

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