Das Sommerloch...

...macht sich momentan nicht nur in der Politik bemerkbar sondern bei diesem Wetter auch bei dem Beißverhalten der Fische. Aber nicht genug damit, daß die Fische bei diesem Wetter ein Sonnenbad dem Besuch unseres Futterplatzes den Vorzug geben, auch für uns Angler ist es alles andere als angenehm, sich mit der Hitze eines Hochsommertages zu arrangieren – wer hat schon große Lust, sich für zwei kleine Ukeleis einen Sonnenbrand zu holen!?? Was können wir Friedfischangler aber nun machen, um letzten Endes doch noch im Sommer erfolgreich zu fischen? Viele gehen bereits in den frühen Morgenstunden oder aber erst in den Abendstunden ans Wasser. Aber was ist mit den Stunden zwischen Sonnenunter- und Sonnenaufgang!?? Ich glaube die wenigsten von Euch haben es mal über Nacht versucht und dabei sind gerade während der Hundstage die Nachtstunden die wohl erfogversprechensten für den Stipper. Fragt doch mal die Karpfenangler in Eurem Bekanntenkreis, wie oft sie in lauen Sommernächten schon von einem Brassenschwarm am wohlverdienten Schlaf gehindert worden sind...

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Also, aus der Not eine Tugend gemacht und gleich rann an die Planungen für das Nachtfischen. Allerdings laufen die Vorbereitungen nicht wesentlich anders ab als wenn wir bei Tage fischen wollten. Das einzige wesentliche Problem, mit dem wir uns konfrontiert sehen, ist die Dunkelheit. Aber auch hier gibt es gute Hilfsmittel, die dieses „Problem“ in null Komma nichts neutralisieren. Fangen wir an bei der Ausleuchtung unseres Angelplatzes. Einige Sportsfreunde schleppen hier wahre Flutlichtanlagen mit ans Wasser, ich für meinen Teil beschränke mich auf eine simple Kopflampe. Für den Anfänger liegt die   Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte. Eine Campingleuchte für den eigentlichen Angelplatz und die Kopflampe für die Feinarbeiten per Hand sind in jedem Fall ausreichend auch für die Angelkollegen, die an der „gemeinen Nachtblindheit“ leiden. Als nächstes steht dann die Bißerkennung auf der Problemcheckliste: Für die Kollegen mit dem Flutlicht gibt es hier keine weiteren Fragen, denn ganz egal, ob sie mit der Stippe oder mit der Feeder fischen, die Bißerkennung ist hier so einfach wie am Tage. Interessanter wird es bei den lichtscheuen Gesellen so wie meiner einer. Für meine Stippmontagen benutze ich Posen mit einer 3mm Wechselantenne (Sensas hat da in diesem Jahr eine ganze Reihe von interessanten Modellen auf den Markt gebracht). Diese Antenne kann bei einsetzender Dunkelheit durch eine Miniknicklicht oder durch ein Battarielicht ersetzt werden.  Für die Feederrute gibt es dann wieder mehrere Möglichkeiten. So kann man zum einem an der Spitze ein Knicklicht anbringen oder aber ein sogenanntes Targetboard anleuchten auf das dann die Feederspitze ausgerichtet wird. Ich persönlich bevorzuge die zweite Variante, da es sich so wesentlich ermüdungsfreier fischen läßt – wer einmal zwei Stunden ohne Anbiß auf ein Miniknicklicht geschaut hat und das auch noch nach einem Arbeitstag, der weiß wovon ich rede. Neben der passenden Beleuchtung müssen wir ein besonderes Augenmerk auf die richtige Bekleidung legen. Bekleidung!? – hör ich da schon welche aufmerken aber dem ist wirklich so. Auch zu Beginn laue Sommernächte können in der Zeit unmittelbar vor Sonnenaufgang empfindlich frisch werden und wer sich erst einmal eine Sommergrippe eingefangen hat wird sie so schnell nicht wieder los. Kurzum, ein Satz warme Wäsche sollte genauso zu unserer Ausrüstung zählen wie wasserfestes Schuhwerk und unsere Regenbekleidung. Und zu guter letzt sollten wir neben den Ködern für unsere geschuppten Freunde auch an ausreichend Verpflegung für uns selbst denken, sowohl in fester als auch in flüssiger Form, denn eine heiße Tasse Kaffee vertreibt immer noch am ehesten die mit Sicherheit irgendwann aufkommende Müdigkeit.

Ich seht also, es bedarf nicht allzu vieler Vorbereitungen für ein sommerliches Nachtangeln und glaubt mir, Ihr werdet nicht selten mit einem gut gefüllten Netz für Eure Bemühungen belohnt und wenn Ihr dann noch am morgendlichen Frühstückstisch Eure Liebsten mit frischen Brötchen überrascht dürft Ihr mit Sicherheit schon den nächsten Trip planen!

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