Brassenangeln der besonderen Art

Von Artur Zimmermann

Die flachen hochrückigen Fische sind in vielen Gewässern Europas anzutreffen. Schon mit einfacher Ausrüstung – Kopfrute oder Winkle Picker, Futter und Maden – sind die durchschnittlich 750 g schweren Fische häufig an die Angel zu bekommen. Doch um gezielt an die großen Vertreter dieser Art zu kommen, bedarf es schon einer besonderen Methode

Morgendämmerung II
.Noch vor Sonnenaufgang wird das Gerät klar gemacht...

Und diese Methode möchte ich hier einmal vorstellen – man könnte bald sagen: Brassenangeln der besonderen Art. Der Ort des Geschehens ist die Ems im April oder Mai, wenn die Brassen noch nicht abgelaicht haben. Hier fangen wir um diese Jahreszeit Exemplare mit 3 – 5 Pfd. Stückgewicht, manchmal sogar bis 7 Pfd.

Das Gewässer

Gut zu erreichen über die Autobahn A30 Hengelo/Osnabrück, treffen wir bei Emsbüren auf die Ems. Die Ems ist ein typisches Brassengewässer. Durchschnittlich ist sie ca. 45 m breit. Die Gewässertiefe variiert stark. Es gibt flache Abschnitte, die nur ca. 2 m tief sind. Andere Strecken dagegen weisen 4-5 m Tiefe auf. Einige Außenkurven sind sogar bis zu 8 m tief. Für diesen Bericht haben wir uns eine Strecke mit ca. 5 m Wassertiefe gewählt.

Das GerätPosen III

Auf Brassen an der Ems fischen wir am liebsten mit der Bolognese-Methode.Die haben wir schon gekannt, als es den Namen dafür noch gar nicht gab. Dazu verwenden wir eine 5-7 m lange Rollenrute und eine Rolle mit schneller Übersetzung. Als Hauptschnur verwenden wir eine 14er Schnur mit 10er oder 12er Vorfach. Haken mit großem Bogen der Größe 10 oder 12, die Platz für 3-5 große Maden haben, sind angebracht. Schwimmer ja nach Strömungsverhältnissen zwischen 6 und 20 g (!). Nicht zu vergessen unser Lockfutter; reichlich und schwer muß es sein. Mit 2 Liter Futter braucht man im Frühjahr nicht zum Brassenangeln an die Ems fahren.

 

Die Methode

Durch ausloten sucht man sich zunächst ein möglichst ebenes und sandiges Stück Gewässergrund Richtung Flußmitte. Darauf legt man dann einen Futterplatz an, indem zunächst 4-5 apfelsinengroße Futterbälle auf einen Fleck von ca. 1x1 m eingeworfen werden. Die ausgelotete Tiefe wird um ca. 50 cm überspannt. Jetzt kann man zwischen zwei Methoden wählen:
1.) Wir nehmen einen Schwimmer mit einer Tragkraft, so daß er gerade noch von der Strömung mitgeschleift wird. Durch die lange Rute ist es möglich, die Schnur von der Rutenspitze bis zum Schwimmer in der Luft zu halten. Dadurch bleibt der Schwimmer fast auf der Stelle stehen. Wenn wir nun die Rutenspitze etwas senken, fällt dadurch, von der Pose aus gesehen, mehr Schnur auf das Wasser. Daruch bekommt die Strömung mehr Angriffsfläche und die Pose driftet schneller ab. Somit haben wir die Möglichkeit, die Fische auf der Futterspur zu suchen.
2.) Bei dieser Methode wählen wir die Tragkraft der Pose so, daß sie fest in der Futterspur leigt. Außerdem wird die Rute steil aufrecht in einen Rutenhalter gestellte, so daß die Schnur bis auf ca. 50 cm in der Luft gehalten wird.

AZM II

Ein guter “Ems-Dekcle” ist sicher gelandet!

Anhieb und Drill

Trotz der scheinbar plumpen Schwimmer und deren Gewicht, ja nach Strömung bis 20 g, sind die Bisse eindeutig zu erkennen – meistens als „rubbeln“. Da unsr Gerät ja nicht zu fein ist, können wir auch auf weitere Entfernungen einen ausreichenden anhieb setzen. Für  den Drill müssen wir uns schon etwas Zeit nehmen. Ein Frühjahrsbrassen aus der Ems ist nicht zu vergleichen mit seinen Kollegen aus einem Kanla oder Teich. So ein „Deckel“ mit 3-5 Pfd. Gewicht entwickelt in der Strömung eine ganz schöne Power. Zugegeben – es sind keine Karpfen. Aber wir haben sie ja auch nicht an einer Karpfenrute, sondern an einer 7 m-Matchrute. Und wer einmal so eine richtige „Oma“ von 6 oder 7 Pfd. Aus der Strömung herangedreht hat, der wird das Karpfenangeln nicht groß vermissen. Vor allem, was die Anzahl der gefangenen Fische angeht. Unter günstigen Bedingungen sind 50 kg für einen angler am Vormittag keine Sensation.

Zum Schluss

Die Wasserqualität der Ems ist gut und die Fische daraus sind eßbar. Wer gerne Fisch ist, der sollte ruhig mal einen Versuch mit Fischfrikadellen machen. Dazu verwende man bevorzugt große Brassen, die man filetiert und anschließend durch den Fleischwolf dreht (feine Scheibe).

 

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